Mal anders gesehen

Früher waren alle Fotos schwarz-weiss. Es gab zwar Farbfilme, aber die waren viel zu teuer. Also kaufte man einen Kodakfilm, schwarz-weiss, mit Platz für zwölf Bilder. Das mußte für den Sonntagsausflug reichen. Wenn dann endlich die entwickelten Fotos abgeholt wurden, war die Enttäuschung groß. Oft waren nur wenige Aufnahmen brauchbar, der Rest völlig unter- oder überbelichtet. Heute weiß man es sofort, ein Blick auf den Kameramonitor gibt Auskunft. Trotzdem lohnt es sich mit Ruhe und einer gewissen Vorauswahl zu fotografieren. Dann ist die Chance groß brauchbare Fotos mitzunehmen. Wem nützen einige hundert oder gar tausend Urlaubsbilder, wovon kein einziges wirklich interessant ist. 

Ich habe die schwarz-weiss Entwicklung schon vor einiger Zeit für mich entdeckt. Aber bisher habe ich sie für Motive genutzt, die beispielsweise Muster oder klare Formen zeigen. Ich hätte nicht erwartet, dass sie sich auch für Reisefotos gut eignet. Auf einmal sehen sehr bekannte Orte ganz neu aus. Die fehlende Farbe zwingt zum genauen Hinsehen. Und nicht selten entdecke ich dann Details, die mir sonst nie auffielen. Vielleicht gefällt es Ihnen auch. Es würde mich freuen, wenn ich zum Nachmachen anregen kann.

 

 

PS: Schwarz-weiss Fotos sollten unbedingt im RAW-Format aufgenommen werden. Die Kamera Automatik (JPEG) versagt hier nämlich meistens auf ganzer Linie. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm werden die Aufnahmen zunächst optimal als Farbfoto entwickelt. Erst wenn dort alles stimmt (Helligkeit, Farben, Kontrast), kann die Umwandlung zum schwarz-weissen Bild gemacht werden. Das geht in der Regel per Knopfdruck, aber das Ergebnis ist oftmals flau. Deshalb wird dann noch einmal nachgearbeitet. Jeder Grauwert lässt sich detailliert anpassen. Man lernt es schnell und dann macht es viel Spaß.