Sommeranfang. Erstmals 30° im Schatten. Die Sonne brennt. Ich sitze auf dem Balkon, habe die Markise tief heruntergelassen. Gegenüber sitzt man auf der Terrasse. Der gelbe Sonnenschirm strahlt im Licht. Ich fotografiere die Szene und entfärbe später das Bild. Alleine der Schirm darf seine Farbe behalten und leuchtet jetzt um so sonniger. Die Idee der Nachbearbeitung hatte ich schon vor der Aufnahme.

 

Die neue Kamera ist ein Wunderding. Klein, wie eine Kreditkarte, aber mit allen Features, die man eher bei einer DSLR Kamera erwarten würde. Sie kann Bilder im Rohformat aufnehmen, hat alle Programmfunktionen von Auto - Manuell und einen verdammt guten Touch-Sensor. Wie so oft kommt es auch hier auf die inneren Werte an. Die sind sensationell, denn der Winzling hat einen 1-Zoll-Bildsensor. - Um zu zeigen, wie klein die Kamera ist, habe ich zum nächstmöglichen Gegenstand gegriffen. Jeder kennt die Größe einer Tasse und dekorativ ist sie auch noch.

 

Zum Glück gibt es frischen Spargel nur rund um Pfingsten. Am 24. Juni ist die Saison beendet und das ist gut so. Könnte man ganzjährig die leckeren Sprossen kaufen, würde der Festschmaus schnell zum gewöhnlichen Gemüse werden. Für mein Foto wählte ich mir die Köpfe aus. Frontal, mit wenig Tiefenschärfe, gelang ein interessantes Bild. Die Plastikverpackung ist der eigentliche Clou an dem Bild.

 

Auf meinem Spaziergang kann ich kein spannendes Motiv entdecken. Nur diese kleinen Blüten entlang des Weges fallen mir auf. Schaue ich direkt von oben auf die Blütendolben, dann ergibt sich ein filigranes Muster. Das Blattgrün habe ich bewusst unauffällig gehalten. Es geht nicht um die Pflanze, sondern das Gesamtbild. Es lässt sich sicher noch verbessern, indem auch die Blüten weniger deutlich zu sehen sind.

 

Eine Doppelbelichtung? Ein Fehler beim Entwickeln? Nein, alles ist richtig. Ich habe mein Spiegelbild in der Scheibe des Fensters fotografiert. Der Fokus liegt tief in der Wohnung auf einem Wandspiegel. Das Spiegelbild wird scharf abgezeichnet, darin bin ich selbst zu sehen. Ein Bild, das ich nicht auf den ersten Blick erfassen kann und deshalb ist es interessant.