1. Tag

Fangen wir mit ein wenig Saubermachen an. Nicht das übliche, wie staubsaugen oder -wischen, sondern heute soll eine der Zimmertüren eine extra Reinigung erhalten. Ich fange im Schlafzimmer an. Die Tür sieht an der Seite zum Flur, dort wo es alle bemerken, sehr gut aus. Die Rückseite, die man nur sieht wenn man sich im Raum aufhält, strahlt nicht mehr ganz so hell. Dort wird also angefangen. Ich brauche ca. eine halbe Stunde, dann sind beide Seiten blitzblank. Natürlich auch die Zarge, die gehört dazu, sie umrundet das Ganze. Und weil ich schon dabei bin, wische ich auch noch ein Seitenteil eines schmalen, aber hohen Schranks ab. Und siehe da, ich entdecke einige klebrige Stellen, denn die Fläche diente vor langer Zeit als Sammelort für Postkarten. Die Bilder sind längst entfernt, das Tesafilm abgepuhlt, aber es finden sich noch immer Kleber Reste. Ein Spray, das ich irgendwann mal für solche Zwecke gekauft hatte, bewährt sich gut. Nach kurzer Einwirkzeit lässt sich alles rückstandslos abwischen. Das Spray dufte stark nach frischen Mandarinen. Es wäre also auch für die Weihnachtsdeko geeignet. – Geschafft, die erste Aufgabe habe ich gelöst und siehe da, es war gar nicht so schwierig.

Und weil das so gut klappte, habe ich mittags gleich noch den Backofen ausgescheuert. Die Fettspritzer waren nur an der Fronttür, also halb so schlimm, denn dort kommt man gut ran. Jetzt sieht er wie neu aus, riecht neutral frisch und hat mich auf die Idee gebracht, morgen mal etwas Besonderes zu kochen. Oder vielleicht ein paar Kekse zu backen? Vielleicht etwas aus dem englischen Kochbuch, dass ich mir aus London mitgebracht habe. Das wartet schon lange genug darauf zeigen zu können, ob die leckeren Rezepte alltagstauglich sind. Prima Idee, ich freue mich schon drauf.

 

Glänzende Idee und es riecht auch noch frisch. Ich denke die Weihnachtsbäckerei kann starten.

 

Und die Moral?

Was habe ich denn nun erreicht? Worauf kann ich hoffen? Nun, ich denke es hilft mir, wenn ich in den Schlaf sinken möchte. Ich hatte zwar die Flecken und die Klebstellen längst vergessen, aber da scheint es eine Datenbank im Kopf zu geben, die so ziemlich alles speichert, was je geschehen ist. Und möglicherweise erzählt sie es dem Körper genau in dem Moment, wo der sich ausruhen möchte. Ist nur so eine Theorie von mir, die sich im Laufe eines langen Lebens herauskristallisiert hat. Heute nacht überprüfe ich ihren Wahrheitsgehalt.